Kieferorthopädisch-kieferchirurgische Kombinationsbehandlungen

werden hauptsächlich nach abgeschlossenem Körper- und Kieferwachstum – also bei Erwachsenen – durchgeführt, die unter schweren Zahn- und Kieferfehlstellungen leiden, d. h. bei denen das Missverhältnis von Ober- und Unterkiefer nicht alleine durch kieferorthopädische Maßnahmen behoben werden kann. Der chirurgische Eingriff kann, entweder nur im Ober- oder Unterkiefer, aber auch, wenn erforderlich, im Ober- und Unterkiefer erfolgen.

Zuerst formt der Kieferorthopäde die Zahnbögen mit Hilfe einer festsitzenden Spange aus, damit sie nach der Operation optimal zusammenpassen. Diese Vorbehandlung dauert je nach Schweregrad 1–2 Jahre. Während der nachfolgenden Operation werden die entsprechenden Kieferknochen durchtrennt, und nach dem Ausgleich der Fehlstellung der Kiefer werden die Fragmente mit Titanminiplatten oder Schrauben in der neuen Position fixiert.
Die Operation wird unter Narkose ausschließlich im Mund durchgeführt, so dass später keine Narben sichtbar sind. Der stationäre Aufenthalt dauert ca. fünf Tage. Dann erfolgt die Feinkorrektur durch den Kieferorthopäden.

Der beschriebene Ablauf der kieferorthopädisch-kieferchirurgischen Kombinationsbehandlung ist heute Routine und bringt für den Patienten nicht nur eine perfekte Verzahnung, sondern auch einen ästhetischen Vorteil.

Die häufigsten Fehlstellungen, welche einer Kombinationsbehandlung bedürfen sind:
        1. ausgeprägte Rücklage des Unterkiefers
        2. stark vorstehender Unterkiefer
        3. offener Biss
Stacks Image 204
Stacks Image 205
Stacks Image 206